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Die Elbe

Die Unter- und Außenelbe bilden die seewärtigen Zufahrten zu den Häfen Stade, Cuxhaven, Brunsbüttel und Hamburg. Die Elbe wird von jährlich ca. 90 000 Schiffen befahren, von denen ungefähr 60 000 den Hamburger Hafen anlaufen und über 30 000 via NOK fahren (Stand: 2018). Der Hafen Hamburg ist der größte deutsche Hafen und unverzichtbarer Teil der logistischen Infrastruktur.
Waren in den 1990er Jahren bei den Verkehren nach Asien noch Containerschiffe mit einer Kapazität zwischen 6 000 bis 9 000 "Twenty-foot Equivalent Unit" (TEU) die Regel, so kommen mittlerweile auf dieser Route immer häufiger Containerschiffe mit einer Kapazität zwischen 10 000 und 20 000 TEU zum Einsatz. Diese Tendez ist weiter steigend, sodass die absolute Anzahl an Schiffen abnimmt bei gleichbleibenden bzw. steigenden Transportmengen. Daher wird die Fahrrinne der Elbe an die aktuellen Tiefgänge der Schiffe angepasst und auch Begegnungen der Schiffe ermöglicht.

Auszug aus der Seekarte: Unter- und Außenelbe zwischen Hamburg und Nordsee mit den Nebenflüssen Auszug aus der Seekarte: Unter- und Außenelbe zwischen Hamburg und Nordsee mit den Nebenflüssen Auszug aus der Seekarte: Unter- und Außenelbe zwischen Hamburg und Nordsee mit den Nebenflüssen (gelb: Delegationsstrecke HPA) Quelle: BSH

Stromab der Delegationsstrecke der Hamburg Port Authority (HPA) liegt die Zuständigkeit des WSA Elbe-Nordsee zwischen dem Elbe-km 638,9 bei Tinsdal und der Mündung in die Nordsee bei Cuxhaven. Hinzu kommen der Bereich der Hahnöfer Nebenelbe, die Este-Zufahrt mit dem Mühlenberger Loch und die Oste-Zufahrt. Der große Einzugsbereich stromauf von Geesthacht hat, aufgrund des Oberwassers und der mitgeführten Sedimentfracht, großen Einfluss auf die morphologischen Verhältnisse unterhalb. Der Einfluss wird kleiner je kleiner der Abstand zur Nordsee wird. Hier nimmt der Einfluss der Gezeiten zu. Im Übergangsbereich entsteht die sogenannte Brackwasserzone. Diese ist nicht statisch sondern einer hohen Dynamik bedingt durch die schwankende Oberwasserführung, durch die Variabilität von Ebbe und Flut, durch Umlagerungen und durch menschliche Einflüsse unterworfen. Der mittlere Abfluss (MQ) beträgt am Pegel Dresden 327 /s, am Pegel Neu Darchau 720 /s und in Cuxhaven (geschätzt) 870 /s. Mit jeder Flut werden mehrere hundert Millionen Kubikmeter Wasser Richtung Hamburg transportiert und in der Ebbe wieder zurück in Richtung Nordsee. Dabei ändert sich der Wasserstand in Cuxhaven von Ebbe zu Flut um fast 3 m. Sturmfluten lassen diesen manchmal weitere 2 - 3 m ansteigen.

Geschichte

Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Fahrrinne der Elbe als Zugang zum Hamburger Hafen immer wieder den wirtschaftlichen und nautischen Forderungen angepasst. Nachdem in den Jahren 1896/1897 das Fahrwasser im Bereich Blankenese auf 6 m unter MThw ausgebaut wurde, erfolgte zwischen 1897 und 1910 der Ausbau auf 8 m unter MTnw zwischen Altona und Brunshausen (Stadersand). In der Folgezeit erfolgte mit fortschreitenden Ausbaumaßnahmen die Festlegung und Aufspülung vorhandener Sände und Inseln:

  • 1906 - 1914 Schweinesand, Hanskalbsand
  • 1914 - 1920 Lühesand
  • 1922 - 1930 "Hungriger Wolf" / Pagensand
  • 1953 - 1960 Pagensand
  • 1967 - 1968 Verbindung von Hanskalbsand und Neßsand
  • 1972 - 1977 Schwarztonnensand

Weitere Fahrrinnenausbauten erfolgten von:

  • 1936 - 1950 auf 10 m unter MTnw (durch Krieg unterbrochen!)
  • 1957 - 1962 auf 11 m unter MTnw
  • 1964 - 1969 auf 12 m unter MTnw
  • 1974 - 1978 auf 13,5 m unter MTnw (KN)
  • 1997 - 2000 auf 14,4 m unter MTnw (KN) im Sockelbereich und auf 15,2 bzw. 15,3 m unter MTnw (KN) an den Ausbauenden
  • 2019 - 2021 auf 17,3 m unter NHN im Sockebereich

Die Elbe mit ihren Nebenflüssen wurde seit Menschengedenken bis in die heutige Zeit von Sturmfluten unterschiedlicher Häufigkeit und Höhe heimgesucht. So trat die für Hamburg folgenschwerste Sturmflut mit großen Schäden und vielen Toten am 17. Februar 1962 ein. Als Folge dieser Sturmflut wurde von den Ländern Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein in Verbindung mit dem Bund ein umfangreiches Deichsicherungsprogramm verabschiedet. Neben Deicherhöhungen und Vordeichen wurden die links- und rechtselbischen Nebenflüsse und Nebenelben durch Sturmflutsperrwerke gesichert.