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Tonneleger Amrumbank

Tonnenleger Amrumbank Tonnenleger Amrumbank Tonnenleger Amrumbank Quelle: WSA Elbe-Nordsee

Technische Daten

BeschreibungDaten
Länge über alles:44,50 m
Breite über alles:10,50 m
Tiefgang:1,80 m
Baujahr:2011
Bauwerft:Fassmer Werft, Berne
Geschwindigkeit:11,0 kn
Anstriebsleistung:2 x 375 kW
GL-Klasse, Schiff:+ 100 A5
GL-Klasse, Maschine:+ MC AUT
Besatzung:6 Personen
Heimathafen:Wittdün auf Amrum

Der Tonnenleger Amrumbank übernimmt an der Westküste Schleswig-Hohlstein und im Wattenmeer der Nordsee folgende Aufgaben:

  • Auslegen, Einholen, Transportieren und Bearbeiten von See- und Schifffahrtszeichen im See- und Wattgebiet
  • Materialtransporte
  • Verkehrssicherungsaufgaben
  • Hindernisbergung
  • Hilfsdienste bei Havarien

Besonderheiten:

  • HMB Lintec Bordkran mit Seegangsnachfolge, Hublast 12 to, Auslage 17,0 m
  • Antrieb 2 Voith-Schneider-Propeller 16 RS
  • Bugstrahlruder

Das Bild zeigt den Tonnenleger Amrumbank auf Fahrt Tonnenleger Amrumbank auf Fahrt Quelle: Fachstelle Maschinenwesen Nord

Namensgeber

Die Untiefe „Amrumbank“ liegt etwa 7,5 sm südwestlich von Amrum. 1908 wurde hier ein Feuerschiff stationiert. Es sollte vor der Untiefe warnen und die Ansegelung der Fahrwasser Schmaltief und Vortrapptief erleichtern.

Das Schiff war als Dampfschiff gebaut und mit einer Reservebesegelung ausgerüstet. Es wurde im 1. Weltkrieg durch ein Motorschiff ersetzt (Amrumbank II, 1914/15 von der Meyer Werft in Papenburg erbaut), dieses lag ab 1917 bis 1939 auf Position. Die alte Amrumbank wurde als Reserve vorgehalten und musste jederzeit einsatzbereit sein, um bei einem plötzlichen Ausfall eines anderen Feuerschiffes dieses vertreten zu können. 1939 wurde das Schiff an die Kriegsmarine abgegeben, 1944 ist es in der Kieler Bucht versenkt worden.

Bis 1939 war die Position Amrumbank gekennzeichnet, in den Wirren des 2. Weltkrieges wurde das Feuerschiff eingezogen und nach Beendigung des Krieges nicht wieder ausgelegt. Stattdessen hat die Amrumbank (II) auf verschiedenen anderen Positionen gedient, zuletzt, bis 1983, auf der Position Deutsche Bucht.

Heute befindet sich das Schiff im Besitz des Arbeitskreises Museums-Feuerschiff e.V. in Emden.

Feuerschiff AMRUMBANK Feuerschiff AMRUMBANK Feuerschiff AMRUMBANK

Geschichte

Tonnenleger im Abz Amrum

Die Seezeichenfahrzeuge Wik (gesunken durch einen Minentreffer im Lister Tief am 22.02.1944) und Triton II ( gesunken in der Kieler Außenförde durch einen Minentreffer am 17.02.1944) des damaligen Wasserstraßenamtes Tönning waren im 2. Weltkrieg durch Mineneinwirkung verloren gegangen. Mit dem vorhandenen kleinen Tonnenleger Eider, dem zu einem Tonnenleger umgebauten Küstenmotorschiff Wangerooge (im Dienst 18.07.45 - Oktober 1946) und dem ebenfalls umgebauten Fischdampfer Coldewey (im Dienst ab Nov. 1946, beschädigt durch einen Minentreffer am 05.07.1949 und a.D.) und Nachfolger Karlsburg (im Dienst vom 22.07.1949 - 20.02.1950) war bis zum Jahre 1950 eine Seezeichenbearbeitung nur provisorisch möglich.

Mit Indienststellung des Großtonnenlegers Kapitän Meyer am 01.03.1950 waren die Voraussetzungen für einen geregelten Seezeichenbetrieb gegeben. Kapitän Meyer wurde 1949/1950 in Bremerhaven auf der Seebeckwerft gebaut. Mit seinen 52,10 m Länge und 9,08 m Breite und einem Tiefgang von 3,50 m war der unter Dampf fahrenden Tonnenleger für die Bearbeitung der großen Leuchttonnen in den Seegatten zwischen der deutsch-dänischen Grenze und der Elbe einschließlich Helgoland zuständig.

Kapitän Meyer war bis 1957 der größte und modernste Tonnenleger in der ganzen deutschen Bucht (der Seezeichendampfer wurde nach dem Kapitän getauft, der am 22.02.1944 westlich von List/Sylt mit dem Tonnenleger WIK unterging). Unterstützt wurde Kapitän Meyer durch sogenannte Vertragstonnenleger in privater Hand. Im Bereich des Außenbezirkes Amrum waren das: um Amrum herum der Tonnenleger der Familie Ricklefs aus Steenodde und im Süden des Außenbezirkes der Tonnenleger von H.H. Reinhold aus Schobüll. Im Bereich des Außenbezirkes Tönning war das "Edu" Winkler aus Büsum.

Diese kleinen Vertragstonnenleger waren einfache, fast altertümliche Schiffe mit einer geringen Arbeitsfläche an Deck und lediglich mit einem Ladebaum ausgerüstet. Sie wurden für die Kleinbetonnung in den Wattfahrwassern eingesetzt. (der Tonnenleger Hildegard der Familie Ricklefs/Amrum kann heute im Husumer Schifffahrtsmuseum besichtigt werden: https://www.schiffahrtsmuseum-nf.de/).

Tonnenleger Johann Gerorg Repsold

Auftraggeber für den Bau des Tonnenlegers Johann Georg Repsold war die ehemalige Wasser- und Schifffahrtsdirektion Hamburg. Das Seezeichenschiff sollte die Fahrwassertonnen auf der Unterelbe im Bereich des damiligen Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg bearbeiten und den in die Tage gekommenen, 72-jährigen Seezeichendampfer Elbe ablösen.

Der Neubau des Tonnenlegers wurde von der Hitzlerwerft in Lauenburg an der Elbe durchgeführt. Der Stapellauf konnte am 25.02.1964 gefeiert werden, die erste Probefahrt fand am 25.06.1964 statt. Eine Widmung des damaligen Präsidenten der WSD Hamburg (heute GDWS), Herrn Dipl. Ing. Wetzel im ersten Schiffstagebuch erinnert an die Übergabefahrt von der Hitzlerwerft an den Auftraggeber am 09. Juli 1964. Mit 44 Gästen an Bord legte Johann Georg Repsold damals in Hamburg Wedel ab. Um 12:00 Uhr war auf der Unterelbe die obligatorische Flaggenübergabe und das Seezeichenschiff trat seinen Dienst in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) an. Zwei weitere Tonnenleger aus dieser Reihe, allerdings auf der Jadewerft gebaut, versahen ebenfalls ihre Arbeit in der WSV. Der Tonnenleger Norden, Baujahr 1952, mit Heimathafen Emden und der Tonnenleger Barsemeister Brehme, Baujahr 1960, mit Heimathafen Bremen.

REPSOLD REPSOLD Tonnenleger JOHANN GEORG REPSOLD

Daten: Baujahr 1964, Länge über alles: 41,58 m, Breite über alles: 8,09 m, Tiefgang: 1,80 m, Geschwindigkeit: 11,0 kn, Antriebsleistung: 515 kW, Besatzung: 8 Personen

Im Tönninger Bereich arbeitete zu dieser Zeit noch der Seezeichendampfer Kapitän Meyer, unterstützt von zwei sogenannten Vertragstonnenlegern in privater Hand. Am 17.10.1983 wurde Kapitän Meyer außer Dienst gestellt. Mit seinen 18 Mann Besatzung und einem Antrieb aus zwei Dreifach-Expansionsmaschinen war dieser in die Jahre gekommen und für eine moderne und wirtschaftliche Bearbeitung der schwimmenden Schifffahrtszeichen nicht mehr gerüstet.

Im Zuge der Umorganisierung des Seezeichenwesens wurde der Tonnenleger Johann Georg Repsold zum 01.01.1984 an die schleswig-holsteinische Westküste verlegt, zeitgleich mit dem Tonnenleger Barsemeister Brehme. Dieser übernahm die Bearbeitung der Tonnen im Bereich Dithmarschen und auf der Eider, der Johann Georg Repsold dagegen den Nordbezirk bis zur deutsch-dänischen Grenze, die bisherigen Vertragstonnenleger wurden aus ihren Verträgen entlassen.

Der Tonnenleger Barsemeister Brehme wurde 1997 außer Dienst gestellt und von dem Tonnenlegerneubau Triton abgelöst. 2001 wurde der beim ehemaligen WSA Hamburg stationierte Tonnenleger Otto Treplin außer Dienst gestellt. Seitdem wird die Seezeichenbearbeitung von der deutsch-dänischen Grenze bis Hamburg-Wedel an der Unterelbe von den beiden Tonnenlegern des WSA, Johann Georg Repsold und Triton, durchgeführt. In die Jahre gekommen wurde die Johann Georg Repsold 2011 durch den Neubau des Tonnenlegers Amrumbank ersetzt. Sie fährt aber immer noch, heute unter dem Namen Lev Taifun. Mit der Amrumbank wurde ein neues modernes Typschiff in Dienst gestellt, welches mehr Motorleistung, Platz und Decksfläche mitbringt.

Namesgeber

Johann Georg Repsold war ein Hamburger Spritzenmeister und Astronom, geboren am 22. September 1770, gestorben bei einem Brandeinsatz am 14. Januar 1830. Neben der Entwicklug des ersten Meridiankreises Deutschlands und diverser anderer astronomischer Instrumente sowie der Gründung der Sternwarte Hamburg entwickelte er die Laternen der Leuchttürme auf Neuwerk und verbesserte die Leuchte auf dem ersten Feuerschiff Deutschlands, der "Seestern", welches auf der Position "Elbe 1" lag und 1824 bei einem Sturm sank. Sehr hilfreich war auch die von ihm erdachte Kettenprüfmaschine für die damalige Schifffahrts- und Hafendeputation Hamburg, mit der die Verankerungsketten der schwimmenden Seezeichen, der Tonnen, vor dem Auslegen auf Schwachstellen geprüft werden konnten. Vor dem Einsatz dieser Maschine brachen die Ketten im Einsatz oft, die Tonnen vertrieben, gefährdeten die Schifffahrt oder gingen gar ganz verloren.

Rundgang

Machen Sie einen virtuellen Rundgang über/durch den Tonnenleger "Johann Georg Repsold", Mit gedrückter linker Maustaste können Sie sich hin und her bewegen, mit dem "Mausrad" herein-/herauszoomen (alternativ: das numerische Tastenfeld, Pfeiltasten zum Bewegen, +/- zum Zoomen). Über die kleinen Piktogramme im linken Bildrand können Sie die Lokalitäten dirket ansteuern, ansonsten folgen Sie den Pfeil/Textmarken: http://www.die-insulanerin.de/Rundgang_Repsold/tour.html

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